Verlag C. C. Meinhold & Söhne,
vorm. kgl. sächs. Hofbuchdruckerei seit 1777

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Dresdner Erstdrucke

Will man der 1927 erschienenen Festschrift glauben,
so lässt sich die Geschichte von Verlag und Druckerei Meinhold auf die Anfänge des Buchdruckes in Dresden zurückführen.
Eine Denkschrift beruft sich auf die Nachfolge „der 1526 von Wolfgang Stöckel errichteten Buchdruckerei“.
Die verspäteten Dresdner Frühdrucker wirkten in den politischen und geistigen Auseinandersetzung der Reformationszeit.
Der Hofkaplan von Herzog Georg dem Bärtigen,
Hieronymus Emser, veranlasste die ersten Druckschriften in der Elbestadt.
Diese zielten auf die Abwehr der Lutherschen Lehren und dienten der Ehrenrettung des Landesheiligen Bischof Benno.
Emser verkehrte mit den Baseler Humanisten und wechselte Briefe mit Erasmus von Rotterdam.
Das „Emser-Evangelium“ wollte Luthers Verständnis der Heiligen schrift gerade rücken.
Stattdessen trug es nicht unwesentlich zur Verbre
itung jener Lehre bei, die es eigentlich bekämpfen sollte.
Das Medium war die Botschaft und die Moderne aufhaltsam.



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Buchdruck in Dresden

Wolfgang Stöckel war der erste Buchdrucker, der in Dresden eine eigene Werkstatt eröffnet.
Die Wettinische Residenz konnte sich jedoch nie messen mit Verlagsorten wie Straßburg, Leipzig, Ulm oder Basel.
Wenige Editionen haben im Laufe von Jahrhunderten über die Mauern der Stadt hinausgestrahlt:
Die Schriften J. J. Winckelmanns in der Waltherschen Hofbuchdruckerei,
die von Adam Müller und Heinrich von Kleist herausgegebene Zeitschrifschrift „Phoebus“,

später dann Jacob Hegner und Wolfgang Jess in Hellerau mit der von Raschke und Kuhnert herausgegebenen "Kolonne".
Jene Buchdruckerei, welche Carl Christian Meinhold am 15. Januar 1777
von der Witwe de
s Vorbesitzers erwirbt, wird auf die Stöckelsche Offizin zurückgeführt.
Carl Christian Meinhold wird am 13. April 1740 als der Sohn eines Bergmannes in Marienberg im Erzgebirge geboren.

Nach den Lehrjahren in Leipzig dient er sich in Dresden in der Stößel-Kreise´schen Druckerei hoch.
Nach neun Jahren übernimmt am 15. Januar 1777 das Geschäft und führt es als Hofbuchdrucker zur Blüte.





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Die Meinholdsche Druckerei von 1777 bis 1946

 Die Betrauung
mit den amtlichen Drucksachen stiftete eine moderne Verlagstätigkeit, die eng an die Herstellung gebunden war.
Meinhold war ein Praktiker und die Stärken seiner Firma lagen in den Bereichen Druck und Verarbeitung.
Verlegerischen Lorbeer erntete er mit der Herausgabe der Partituren des Hofkapellmeisters Johann Gottlieb Naumann,
seinem Anteil an der Erschließung der Naturschönheiten der Sächsischen Heimat mittels Wanderb
üchern und Kartenwerken.
Als Druckerei und Verlag C. C. Meinhold & Söhne1927 ihr 150-jähriges Bestehen feierten, kündigten sich schwierige Zeiten an.
Die Firma sollte das Königreich nicht lange
überdauern und wurde mit der stolzen Hauptstadt in den Untergang gerissen.
Mit der Zerstörung der Bauten, Maschinen und Lager war der traditionsreiche Betrieb beendet.
Die Löschung im Handelsregister 1946 war nur noch eine Formalität nachdem d
er Firmensitz im Bombenterror ausgelöscht war.
Erst 1893 war auf dem Grundstück Zinzendorfstraße 29 ein Firmengebäude errichtet und
die beiden anliegenden Gebäude Zinzendorfstraße 27 und 31 mit einbezogen worden.
 Heute ist die öde Straße
zwischen Bürgerwiese und Lingnerallee von Brachen und einem häßlicher Flachbau gesäumt.
Bis 2025 sollen dort in "verdichteter Bauweise" im Zuge des Projektes "Lingner Altstadtgarten" tausend Wohnungen entstehen.
So erinnert an den traditionsreichen Namen nur noch das von der Familie Aust liebevoll restaurierte und
durch Weinbau und Kunstausübung zweckmäßig belebte Meinhold´sche Weingut in der nahen Oberlößnitz.
Zudem bewahren viele Dresdner in Elbtal und der Diaspora noch die geschätzen Meinhold´schen Wanderkarten.
Und dann ist da noch eines der teuersten Papierstücke der Welt, jener Komplettbogen des "Sachsendreiers",
 der um die letzten Jahrhundertwende für beinahe eine Million deutsche Mark den Besitzer wechselte.





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Vermächtnis und Anknüpfung

Warum trägt eine Neugründung nicht den Namen ihres Gründers, sondern schmückt sich mit dem eines verflossenen Verlages?
Weil wir auf den Schultern unserer Vorgänger stehen und keine Original-Genies sind,
mit deren Auftauchen die Geistesgeschichte eine neue Wendung nimmt.
In einer Umwelt, deren Erscheinungen oft weniger dynamisch als vielmehr verworren sind,
tut sich damit der Wunsch nach Kontinuität kund.
Meinhold war zunächst Kaufmann und Handwerker.
Sein Verlag hat nicht die geistigen Maßstäbe gesetzt vor denen ein Nachfolger zu zittern hätte.
Wer würde es dagegen wagen sich nach Hartknoch, Göschen oder Kanter benennen?
Da sind die Meinhold´schen Fußstapfen eher breit als tief. Das läßt uns Raum darin ein eigenes Profil auszuprägen.
Das Wiederauflebenlassen des werten Namens im Impressum von hoffentlich bemerkenswerten und zeitgemäßen Publikationen
240 Jahre nach der Eröffnung und rund siebzig Jahre nach der zwangsläufigen Aufgabe des Geschäfts
ebthält zugleich eine Reverenzerweisung an den Abglanz der brennend-erloschenen Residenzstadt.
Physisch Tot umfängt deren Aura hier noch aller Wirken und Wandeln, ob sie nun wollen oder nicht.
Viele auswärtige Lilliputaner wimmeln auf dem verwesenden Gulliver Elbflorenz.
Dresden vermittelt Stabilität und Stagnation, eine eigene Mischung von Dämonie und Gemütlichkeit,
giftigen Dämpfen und freundlicher Strahlung. Und, nicht zuletzt gilt:
Die alte Residenz der Wettiner bleibt eine unschuldige Stadt, zumindest seit der Kurfürst Moritz 1553 bei Sievershausen gefallen ist.




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C. C. Meinhold & Söhne, vormals kgl. sächsische Hofbuchdruckerei seit 1777

Rankestraße 56
01139 Dresden
Deutschland

E-Brief: cc(at)meinholdverlag.de
Fernruf: (0049) 015787677296
Steuer-Nummer: 209/230/01817

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